TheBus

Sonntag früh. Die Nacht war heiss und ziemlich schlaflos, denn die Nachbarn hatten angefangen, sich zu prügeln, irgendwer holte die Polizei, und dann war endlich Ruhe. Wir beschlossen, einen Ausflug zu machen und meldeten uns beim Sicherheitsdienst ab.
Oahu ist die einzige hawaiianische Insel, auf der man auch ohne Auto weiterkommt. Mit den Bussen, die praktisch die ganze Insel abklappern, kann man zum Einheitspreis fahren, so lang man will - vorausgesetzt, man fährt in eine Richtung und nicht wieder zurück und hat keinen Koffer dabei. Im Klartext bedeutet dies, daß man mit TheBus fast um die ganze Insel herumfahren kann, weit über 100 Kilometer, für wenige Cents.
Das Fahrgeld wirft man in eine Spardose aus Plexiglas beim Fahrer. Möglichst passend - denn Rückgeld gibt's nicht, und wer zuviel zahlt, hat eben selber Pech. Zuwenig würde der Fahrer merken. Fahrscheine gibt's auch nicht. Wenn alle eingestiegen sind, zieht der Fahrer an einem Hebel, und das Geld rutscht aus der Plastikbox in unsichtbare Tiefen. Weg ist es.
Dank diesem sinnreichen System, einer Toilettenspülung nicht unähnlich, braucht sich der Fahrer weder mit Geld noch mit Fahrscheinen abzugeben. Auch ist Schwarzfahren ganz und gar unmöglich. Last not least können sich böse Räuber die Mühe eines Überfalls sparen, denn niemand kommt an das Geld heran, selbst der Fahrer nicht.
So einfach kann es im Leben zugehen, wenn man nicht darauf besteht, es sich möglichst kompliziert zu machen - mit Kurzstrecken-, Umsteige-, Schüler-, Senioren-, Feiertags-, Ausflugs-, Gepäck- und Kinderwagentarifen, Tarifgrenzen, Tarifkontrollen und Tarifkontrolleuren zur Kontrolle der Tarife.
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